Franz Schubert
Normans Gesang, D. 846
Die Nacht bricht bald herein, dann leg' ich mich zur Ruh’
Die Heide ist mein Lager, das Farrnkraut deckt mich zu
Mich lullt der Wache Tritt wohl in den Schlaf hinein:
Ach, muß so weit von dir, Maria, Holde, seyn!

Und wird es morgen Abend, und kommt die trübe Zeit
Dann ist vielleicht mein Lager der blutigrothe Plaid
Mein Abendlied verstummet, du schleichst dann trüb und bang
Maria, ... mich wecken kann nicht dein Todtensang

So mußt' ich von dir scheiden, du holde süßе Braut?
Wie magst du nach mir rufen, wie magst du wеinen laut!
Ach, denken darf ich nicht an deinen herben Schmerz
Ach, denken darf ich nicht an dein getreues Herz

Nein, zärtlich treues Sehnen darf hegen Norman nicht
Wenn in den Feind Clan-Alpine wie Sturm und Hagel bricht
Wie ein gespannter Bogen sein muthig Herz dann sey
Sein Fuß, Maria, wie der Pfeil so rasch und frei!

Wohl wird die Stunde kommen, wo nicht die Sonne scheint
Du wankst zu deinem Norman, dein holdes Auge weint
Doch fall' ich in der Schlacht, hüllt Todesschauer mich
O, glaub’, mein letzter Seufzer, Maria, ist für dich

Doch kehr' ich siegreich wieder aus kühner Männerschlacht
Dann grüßen wir so freudig das Nahn der stillen Nacht
Das Lager ist bereitet, uns winkt die süße Ruh
Der Hänfling singt Brautlieder, Maria, hold uns zu