Franz Schubert
Um Mitternacht, D. 862
Keine Stimme hör' ich schallen
Keinen Schritt auf dunkler Bahn;
Selbst der Himmel hat die schönen
Hellen Aeuglein zugethan
Ich nur wache, süßes Leben
Schaue sehnend in die Nacht
Bis dein Stern in öder Ferne
Lieblich leuchtend mir erwacht
Ach nur einmal, nur verstohlen
Dein geliebtes Bild zu sehn
Wollt' ich gеrn in Sturm und Wetter
Bis zum späten Morgеn stehn
Seh' ich's nicht von ferne leuchten?
Naht es nicht schon nach und nach?
Ach, und freundlich hör' ich's flüstern:
Sieh, der Freund ist auch noch wach
Süßes Wort, geliebte Stimme
Der mein Herz entgegen schlägt!
Tausend sel'ge Liebesbilder
Hat dein Hauch mir aufgeregt
Alle Sterne seh' ich glänzen
Auf der dunklen, blauen Bahn
Und im Herzen hat und droben
Sich der Himmel aufgethan
Holder Nachhall, wiege freundlich
Jetzt mein Haupt in milde Ruh
Und noch oft, ihr Träume, lispelt
Ihr geliebtes Wort mir zu