Franz Schubert
Zufriedenheit, D. 362
Ich bin vergnügt, im Siegeston
Verkünd' es mein Gedicht
Und mancher Mann mit seiner Kron
Und Scepter ist es nicht
Und wär' er's auch; nun, immerhin!
Mag er's doch! so ist er, was ich bin

Des Sultans Pracht, des Mogols Geld
Des Glück, wie hieß er doch
Der, als er Herr war von der Welt
Zum Mond hinauf sah noch? -
Ich wünsche nichts von alle dem
Zu lächeln drob fällt mir bequem

Zufrieden seyn, das ist mein Spruch!
Was hülf mir Geld und Ehr?
Das, was ich hab', ist mir genug
Wer klug ist wünscht nicht sеhr;
Denn, was man wünschet, wenn man's hat
So ist man darum doch nicht satt

Und Gеld und Ehr ist obendrauf
Ein sehr zerbrechlich Glaß
Der Dinge wunderbarer Lauf
(Erfahrung lehret das)
Verändert wenig oft in viel
Und setzt dem reichen Mann sein Ziel
Recht thun, und edel seyn und gut
Ist mehr als Geld und Ehr;
Da hat man immer guten Muth
Und Freude um sich her
Und man ist stolz, und mit sich eins
Scheut kein Geschöpf und fürchtet keins

Ich bin vergnügt, im Siegeston
Verkünd' es mein Gedicht
Und mancher Mann mit seiner Kron
Und Scepter ist es nicht
Und wär' er's auch; nun, immerhin!
Mag er's doch! so ist er, was ich bin